IAESTE-Praktikum in Bratislava (Slowakei) August/September 2009

Geschrieben am 24. November 2009

Im August/September 2009 habe ich ein 6-wöchiges Praktikum in Bratislava gemacht. Dort war ich am botanischen Institut der Comenius Universität angestellt.

Anreise: Ich bin mit dem Zug von Stuttgart bis nach Bratislava gefahren. Da ich schon früh gebucht habe, hat das ganze nur knapp 90 Euro gekostet (die Fahrt hat 7 Stunden gedauert, fliegen wäre auch gut möglich gewesen z.B. nach Wien und dann noch eine Stunde mit dem Zug: Wien - Bratislava 60 km 11 Euro für Hin- und Rückfahrt). Der Kontakt per e-mail mit dem IAESTE- Team vor Ort hat sehr gut geklappt. Ich habe meinen Zug in Wien verpasst, aber es war kein Problem für die Leute vor Ort mich später an einem andern Bahnhof in Bratislava abzuholen.

Unterkunft: Für die ersten 2 Wochen war ich in einem Studentenwohnheim untergebracht. Dort hatte ich ein Einzelzimmer. Das Bad/die Toilette habe ich mir mit 3 anderen Praktikanten geteilt (diese hatten ein 3er- Zimmer). Das ganze Gebäude war in der "Studentensiedlung", wo es auch viele Ausgehmöglichkeiten gab (Restaurants, Cafés, Bars, Diskos,…). Internet gab es im Zimmer für 6 Euro. Leider hatten wir auf unserem Stockwerk keine Küche und der Kühlschrank bei uns war kaputt. Aber an sich war das kein Problem, da es überall was zu essen gab und die Preise für Studenten echt günstig sind. Es gab auch eine Mensa, wo man aber eine ISIC- Karte (internationaler Studentenausweis) benötigte. Ich hatte leider keine, aber es hätte vieles einfacher gemacht.

Die anderen 4 Wochen sind wir alle in ein anderes Wohnheim umgezogen (auch anderer Stadtteil). Dort teilte ich mir das Zimmer mit einem anderen Praktikanten). Leider auch hier keine Küche und kein Kühlschrank. Leider waren dort auch keine Restaurant oder Mensa… weshalb ich oft in der Stadt essen war. Das ging aber auch vom Preis her. Aber in der Nähe war gleich ein großer Supermarkt, der immer geöffnet war. Hier war das Internet kostenlos.

Öffentliche Verkehrsmittel: Also das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut ausgebaut (Bus, Straßenbahn) und man kommt überall schnell hin. Die Monatkarte kostet 20 Euro (mit ISIC- Karte weniger). Ein 15 min- Ticket 0,50 Euro (0,25 mit ISIC) oder 60 min 0,70 Euro (0,35 Euro mit ISIC). Es fahren auch viele Nachtbusse.

Arbeit: Ich war am botanischen Institut der Comenius Universität beschäftigt. Dort wurden eben Pflanzen aus verschmutzen Regionen auf ihre Mutagenität untersucht. Im Prinzip muss ich dazu unter dem Mikroskop die Pollenkörner zählen. Mehr Laborausstattung gab es auch nicht wirklich. Oft hatte ich auch nichts zu tun und konnte dann im Internet surfen. Nach dem Essen wurde ich dann meistens heimgeschickt, da es nichts mehr zu tun gab. Es war also ziemlich locker (auch bei allen anderen Praktikanten). Ich habe pro Arbeitstag 15 Euro bekommen.

Freizeitgestaltung: Da ich ja mittags viel Zeit hatte, konnte ich mir auch die Stadt ganz genau anschauen. Die Altstadt ist zwar recht klein, aber dennoch sehenswert. Da das Wetter richtig super war (kontinentales Klima mit 38°C in den ersten 2 Wochen) war ich dann oft am See. Abends hatten die IAESTE- Leute fast immer mit uns etwas unternommen: grillen, Kino, nur was trinken gehen, Disko,… .

Die Betreuer haben auch ganze Wochenenden organisiert (die ich aber alle verpasst habe, da ich erst so spät dort war), d.h. Ausflüge nach Prag, Budapest und Wien. Ein Wochenende sind wir zum Wandern in die hohe Tatra gefahren (Gebirge zwischen Slowakei und Polen). Ich hatte dann mal Besuch von einem Freund, was gar kein Problem war. Zusammen sind wir nach Budapest gefahren (max. 3,5 Stunden mit dem Bus für 9 Euro Hin- und zurück). In Wien war ich alleine unterwegs (1 Stunde mit dem Zug für 11 Euro Hin- und Zurück).

Fazit: Also ich kann nur jedem empfehlen in Bratislava oder generell ein Praktikum über IAESTE zu machen. Die Leute vor Ort waren super nett und waren bemüht mit uns viel zu unternehmen und uns viel von ihrem Land zu zeigen. Es war auf jeden Fall eine gute Erfahrung für mich. Ich habe jetzt zwar fachlich nicht so viel von meiner Arbeit mitgenommen, aber dennoch gute Erfahrungen fürs Leben gemacht.

Simon